Der Schleifer vom Hessenberg

Jürgen Mersch – Mensch, Macher, Legende. So, und da sind sich alle ehemaligen Weggefährten von Jürgen einig, würde wohl die Überschrift lauten, wenn die folgenden Zeilen den Weg in die lokale und überregionale Presse finden würden. Doch das ist nicht vonnöten, denn die folgenden Worte sind ohnehin einem Menschen ganz persönlich gewidmet, der die Jugendarbeit des SC Borchen in den vergangenen fast 10 Jahren stark geprägt hat und sich überaus intensiv mit der großen SCB-Familie des identifiziert hat.

Als Jürgen Mersch im Sommer 2009 seine Zelte am Hessenberg aufschlug, ahnten wohl die wenigsten Verantwortlichen im SCB-Lager, welch großer Fang und zugleich langfristige Bereicherung für den Jugend-Fußball beim SC Borchen an Land gezogen wurde. Nach seinem doch unrühmlichen Abgang bei der DJK Mastbruch, den ein so leidenschaftlicher und engagierter Trainer wie Jürgen in keinem Falle verdient hat, zog es ihn also in das für ihn weitgehend unbekannte Borchen. Nach all den äußerst erfolgreichen Trainerjahren in der Bezirks- und Landesliga, sollte es unseren Jürgen nun also in die Kreisliga-Sphären des Paderborner Landes ziehen. Ein Knick in seiner Laufbahn? Keineswegs. Wer Jürgen kennt, weiß genau, dass er jeglichen Aufgaben mit größter Hingabe und unermüdlicher Leidenschaft für seinen geliebten Sport nachgeht. Denn das Aus in Mastbruch sollte letztendlich der Beginn einer wunderbaren Zeit in Borchen werden, an die sich alle ehemaligen Spieler und Weggefährten von Jürgen immer gerne erinnern (werden).

„Unsere gemeinsame Zusammenarbeit begann bereits in Mastbruch. Als der Verein die Trennung bekannt gab, waren wir alle mehr als traurig. Im Nachhinein sollten wir das alles belächeln. Denn sonst hätten wir niemals diese wunderbare A-Jugend-Saison in Borchen erlebt: Ich danke dir als der Trainer meiner persönlich tollsten Fußball-Saison.“ (Carsten Meiners).

So also begann das Kapitel für Jürgen beim SCB. Der wohl größte Unterschied zu seiner vorherigen Station in Mastbruch sollte zunächst die abendliche Vorbereitung auf die Spiele sein. Anders als in Mastbruch - auch hier gab es natürlich Ausnahmen ;-) verstanden es seine Borchener Jungs als Teil einer gelungenen Spielvorbereitung, sich gemeinsam mit viel Bier auf die wichtige Begegnung am nächsten Tag vorzubereiten. So ist der Satz „Ihr seid alles nette Jungs, nur mit dem Gesaufe komme ich noch nicht so ganz klar“, bei einigen Spielern bis heute in Erinnerung geblieben. Jürgen aber verstand es mit seiner positiven und zugleich ehrgeizigen Art schnell, den Fokus seiner Schützlinge in die richtigen Bahnen zu lenken und brauchte nur sehr wenig Eingewöhnungszeit am Hessenberg. Dazu beigetragen hat in hohem Maße die intensive Vorbereitung á la Felix Magath, die einige Jungs bis an ihre Grenzen gebracht hat. Aber schon an dieser Stelle soll erwähnt werden, dass trotz höchster Anstrengung der Spaß bei Spiel und Training nie zu kurz kam und Jürgen immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Jungs hatte. Und der Erfolg sollte ihm Recht geben.

Denn bereits seine erste Saison als SCB-Trainer sollte das wohl größte sportliche Highlight seiner Zeit am Hessenberg darstellen. Doch der Reihe nach: Einige Spieler, die Jürgen von seinem Engagement in Mastbruch nach Borchen gefolgt waren, mögen die restlichen Mitspieler schnell von der doch recht harten Vorbereitungsphase gewarnt haben. Schnell war allen Beteiligten klar, dass Jürgen allzeit sehr großen Wert auf die körperliche Fitness seiner Schützlinge legt. Dementsprechend hart geht es in den Wochen der Vorbereitung auch zu Werke. Was muss das muss. Immerhin können alle Spieler mit Fug und Recht behaupten, selten so fit in eine Spielzeit zu starten. Dennoch soll das ganze kein negatives Bild auf die Arbeit von Jürgen werfen. Zwar bringt die Vorbereitung am Wilhelmsberg oder den Fischteichen auch den fittesten Spieler an seine Grenzen, der Spaß am Spiel geht dabei aber zu keiner Zeit verloren.

„Auch wenn ich in meiner Laufbahn bereits unter manchem Trainer trainieren durfte, die mir allesamt viel beibringen konnten, war es doch Jürgen der mich gelehrt hat, mit den eigenen Grenzen umzugehen und einen derartigen Willen zu entwickeln, individuell als auch im Team über sich hinauszuwachsen. Besonders in Erinnerung bleibt mir neben den Aufstiegsspielen das Spiel in Espeln, welches uns genau das gelehrt hat. Wir waren wahrscheinlich nicht die beste Mannschaft der Liga, aber wir hatten eine Mentalität in der Mannschaft, die alle anderen in den Schatten gestellt hat. Und das war der große Verdienst von Jürgen“ (Andreas Wegener).

So stand nach einer intensiven Saison die Meisterschaft fest und auch in den Aufstiegsspielen konnten sich unsere Jungs mit zwei Siegen gegen RW Verne und VfR Borgentreich durchsetzen. Unfassbar, der für viele unerwartete Aufstieg in die Bezirksliga wurde Realität.


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Hessenberggeschichte(n)

Hessenberggeschichte(n), das sind kleine und größere Erzählungen rund um den SC Borchen. Kurze Anekdoten, phänomenale Spiele, unvergessene Spielzeiten oder Zeitgeschichte aus dem Herzen des Vereins, alles findet hier seinen Platz und lässt so Geschichten zu Geschichte werden. Viel Spaß beim lesen!

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