Wilhelm Nagel im Kreuzverhör

Steckbrief

Name: Wilhelm Nagel
Spitzname: Mecki (seit Anfang der 1950er Jahre)

Mecki, bzw. Macki, ist eine fiktive Figur, die ursprünglich aus einem Puppenfilm der Brüder Diehl stammt und später als Comicfigur zum Maskottchen der Zeitschrift Hörzu wurde. Seinen Namen verdankt der Igel dem ehemaligen Chefredakteur der Hörzu, Eduard Rhein. Der Redaktionsigel war Namensgeber der Meckifrisur und aufgrund seiner damaligen Frisur kam auch Wilhelm zu seinem Spitznamen, unter dem ihn gefühlt heute viel mehr Leute kennen, als unter seinem Vornamen.

Alter: 81 Jahre
Mitglied seit: 1952
Spielposition: Rechtsaußen und Mittelstürmer
Werdegang: Spieler: 1952-1954 Schülermannschaft
1954-1958 Jugendmannschaft
1958-1970 1. Mannschaft DJK Kirchborchen
Trainer: 5 Jahre Schülermannschaft Kirchborchen (1965-1970)
2 Jahre 1. Fußball Seniorenmannschaft (71/72-72/73)
Betreuer-Trainer: 5 Jahre 2. Mannschaft (1973-1978)
Vorstand: 2.Obmann Senioren (in den 70er Jahren)
1.Obmann Senioren (in den 70er Jahren)
Schiedsrichter: 1962 bis 1970 für die DJK Kirchborchen
1. Mecki, Du warst Spieler, Trainer und eigentlich Mädchen für alles, wenn man das so nennen darf. Wenn man über den Fußball in Borchen spricht fällt zwangsläufig irgendwann dein Name. Man kann Dich ja schon als lebende Legende bezeichnen, oder etwa nicht?
Sagen wir mal so: Ich war immer da, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wurde. Schiedsrichter bin ich zum Beispiel nur geworden, damit wir in Kirchborchen eine 2. Mannschaft aufstellen durften. Ohne eigenen Mann an der Pfeife war das nicht erlaubt. Ich habe dann sonntagmorgens Jugendspiele gepfiffen, um nachmittags bei den Senioren aktiv auf dem Platz zu stehen. In der Mannschaft von Kirchborchen war ich seinerzeit Spielführer und diese hatten immer die Aufgabe den Spielbericht auszufüllen. An einen richtigen Betreuer war damals nicht zu denken und wenn wir mal einen hatten, dann haben die fast nichts gemacht, außer die Linienrichter-Fahne zu halten. Also musste der Kapitän sich kümmern. Da fällt mir noch eine kleine Geschichte ein: Bei uns spielte Anfang der 60er Lohns Willi, genannt Fungi, der aber inzwischen in Rüthen lebte. Den habe ich jeden Sonntag mit dem Auto abgeholt, da er keinen Führerschein hatte und natürlich anschließend auch wieder nach Hause gefahren – Spritgeld habe ich aber nie gesehen. Mit Heinrich Benteler gab es jedoch einen im Ort, der den Geschäftsleuten im Dorf ab und zu etwas Geld aus den Rippen leierte, damit zumindest mal eine Weihnachtsfeier oder Ähnliches finanziert werden konnte. Da bin ich auch zwei Mal mit durch den Ort gezogen – wir sagten dazu „Bucken gehen!“ Ja, und Trainer bin ich auch nur aus der Not heraus geworden: Als Anfang der 70er der Ellenbürger aus Neuhaus selbst gekündigt hatte, übernahm erst Neumanns Jonny die Truppe und war zur Halbserie Vorletzter, mit dem SC Borchen. Jonny hatte dann keine Lust mehr und ich habe dann in der Winterpause alles umgewürfelt - am Ende der Saison sind wir noch Vierter geworden.
2. Was würdest Du als Deine bewegendsten Momente im Fußball bezeichnen?
Da gibt es schon mehrere: 1958 sind wir fast Jugendkreismeister geworden, es fehlten am Ende mickrige zwei Punkte. Wir Jugendlichen durften eigentlich noch nicht für die Senioren aktiv werden, haben damals aber auf falschen Pässen gespielt, da unsere erste Mannschaft zu der Zeit einfach schlecht war, und Dörenhagen, die kurz vorm Aufstieg standen mit 5:1 besiegt. Die haben natürlich Protest eingelegt und uns wurden alle Punkte der Spiele, an denen unsere Truppe mitgewirkt hatte, wieder abgezogen. Der Aufstieg, nach zwölf Jahren Zweitklassigkeit, in die 1. Kreisklasse Mitte der 60er war sicherlich ein Höhepunkt. Ich erinnere mich noch genau an das Spiel in Dahl im Aufstiegsjahr. Dahl und auch Dörenhagen kämpften mit uns um den Aufstieg. Der Dahler Sportplatz war komplett unter einer Schneedecke, so hoch wie der Ball selbst – aber natürlich wurde angepfiffen. Ich machte in diesem Spiel zwei Tore. Als wir in Dörenhagen spielten und es 2:2-Unentschieden stand lief Hartmanns Kaka frei aufs Tor zu und brauchte nur noch einschieben. Ein besoffener Zuschauer rannte auf den Platz und schoss den Ball weg; uns wurde der Sieg geklaut und es musste ein Wiederholungsspiel geben, zu dem Dörenhagen aber nicht mehr antrat, denn wir waren kurze Zeit später uneinholbar vorn und sind letzten Endes aufgestiegen. Als Betreuer-Trainer der 2. Mannschaft ist der Aufstieg 1974 zurück in die zweite Kreisklasse sicherlich auch noch nennenswert, zumal im Vorfeld da niemand mit gerechnet hatte.
3. Gab es derbe Tiefpunkte, wo es Dir vielleicht auch mal zu viel geworden ist?
Gesundheitlich war mein Tiefpunkt wohl erreicht, als man mir beim Stucki in Beckum sagte, dass ich nicht mehr Fußball spielen darf. Ich war früher wieselflink und wenn ich den Ball erst am Gegenspieler vorbei gelegt hatte konnte man mich nur noch mit einem Foul bremsen – ähnlich wie vor ein paar Jahren bei Jojo Kenf. Dementsprechend habe ich absichtlich richtig auf die Knochen bekommen. Von Zeh-, Knöchel-, Wade- & Armfraktur habe ich alles durch und mehrere Wochen im Krankenhaus verbracht. Am Ende war auch meine Wirbelsäule in Mitleidenschaft geraten, sodass mir der Rollstuhl drohte und da habe ich dann schweren Herzens mit 40 Jahren den Schlussstrich gezogen. Sportlich gesehen ist eine Ernüchterung sicherlich, dass ich immer mal Bezirksliga mit Kirchborchen spielen wollte, wir aber nie den Aufstieg geschafft haben. Auch haben wir mal in der Hinserie 8:1 in Alfen verloren; das war schon bitter, zumal die Alfener uns bis zum Rückspiel immer damit aufgezogen haben. Wir Spieler liefen uns nämlich fast jeden Samstag bei Amediecks Hermi in der Disco über den Weg. Altenbeken und Alfen lieferten sich in der Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft und wir Kirchborchener waren das Zünglein an der Waage. Wir spielten in Altenbeken und hatten keine Leute, mussten sogar Lohns Karo aus der Zweiten ran holen. Wir haben nur verteidigt und die Bälle Langholz nach vorne gedroschen, wo ich gewartet habe und dann die Dinger einnetzte – wir gewannen völlig überraschend mit 3:1 beim Tabellenführer. Dann kam das Rückspiel gegen Alfen, wo uns Altenbeken im Vorfeld noch bestechen wollte, aber aufgrund der Hinspielklatsche waren wir eh heiß wie Frittenfett. Bei uns spielte einer aus Herne, der bei Nixdorf beschäftigt war. Der schoss Flatterbälle, wie man sie nur selten sieht. Alfen führte zwar 1:0, wir glichen das Spiel aber durch solch einen Knaller aus und trennten uns 1:1. Somit war für Alfen der Aufstieg gegessen und für uns die Schmach aus der Hinserie halbwegs besiegelt – die Schadenfreude über den Nichtaufstieg des Dorfnachbarn war ziemlich groß.

Als Obmann, wenn man es damals schon so bezeichnen konnte, gab es auch eine ziemlich schwere Phase. Es gab damals mal einen ungeliebten Trainer aus Paderborn. Solche Typen tauchen in einem Fußballerleben immer mal wieder auf. Wenn bei einem Spiel vom Rand Bemerkungen kamen, dann beschimpfte der die Zuschauer und sogar den eigenen Vorstand. Unsere Gegner haben uns deswegen den Abstieg gewünscht und wollten nicht den SC Borchen besiegen, sondern den Trainer schlagen. Das führte so weit, dass der damalige Vorsitzende, zusammen mit dem Kassierer zurücktrat – das war ein derber Tiefschlag. Ich sprang damals in die Bresche und leitete die Vorstandsgeschicke eine Weile. Mein oberstes Ziel war es, dass der Trainer gehen muss, aber die Mannschaft stand hinter dem wie eine Wand. Es kam sogar die Aussage vom Spielerrat, dass wenn der Trainer gehen muss, die Mannschaft nicht mehr antreten wird – das war eine enorme Drucksituation. Ich hatte aber schon mit unserer Zweiten gesprochen und die wären in dieser Notlage eingesprungen. Bei einer Versammlung bei Berlagen in der Kneipe kam es dann zum Ultimatum: Wird das nächste Spiel verloren, fliegt der Trainer! Die Männer nickten das ab und verloren am nächsten Spieltag, soweit ich das noch weiß, mit 0:6 gegen Wewer. Im Anschluss packte der Trainer seine Koffer und auf Wunsch des Teams wurde Beppo Hecker zum ersten Spielertrainer ernannt.
4. In Nordborchen habe ich bisher nur Positives zum Verhältnis der Sportfreunde und der DJK gehört. Mir persönlich fehlt da die Rivalität, die sonst immer zwischen den beiden Orten herrschte. Verbindet der Sport die Menschen doch auf eine gewisse Weise und kannst Du, als damaliges Mitglied der DJK-Kirchborchen, diese scheinbare Harmonie bestätigen?
Außerhalb des Platzes kamen wir schon alle miteinander klar und ich habe ja Nordborchener Blut in mir, wie Du sicherlich weißt – in der Schülermannschaft habe ich sogar zwei, drei Spiele für Nordborchen gemacht, bin dann aber des Friedens willen wieder zurück gegangen, denn meine ganzen Kumpels spielten ja in Kirchborchen. Mein Vater hingegen hatte schon große Abneigungen gegenüber Kirchborchen, da man ihn und andere Jugendliche mit Steinen über den Hessenberg getrieben hatte, als die Nordborchener von der Messe (damals gab es nur einen Pastor in Kirchborchen und die Nordborchener mussten somit über den Berg um ihrer Pflicht nachzukommen) über den Stadtweg nach Hause mussten. Das war allerdings zu seiner Schulzeit um 1910, saß aber auch im Alter noch tief in ihm drin. Auf dem Platz sah es bei den Derbys aber schon anders aus. Da ging es auch gern mal zur Sache. Ich erinnere mich an zwei Szenen auf dem Hessenberg: Mehrfach bin ich an meinem Verteidiger vorbei gelaufen und wurde umgeholzt, der Schiri ermahnte aber nur und es passierte nichts. Irgendwann wurde mir das zu bunt und ich trat meinem Gegenspieler mit voller Wucht vors Schienenbein, rannte dann aber ganz schnell weg, um keine Tracht Prügel zu bekommen. Ein anderer Nordborchener Abwehrrecke senste mich in einem Spiel ebenfalls mehrfach um, sodass mein Bruder Hannes auf den Platz rannte und dem Spieler mit seinem Schirm voll auf die Zwölf schlug. Nachher haben wir aber auch alle zusammen wieder ein Bier getrunken. Ich denke auch noch gern daran zurück als ich die Schülermannschaft aus Kirchborchen trainiert habe. In den fünf Jahren (1965-1970) sind wir drei Mal Gruppensieger gewesen und haben sogar einmal gegen Nordborchen ein Entscheidungspiel in Wewer machen müssen, welches wir mit zwei Toren Unterschied gewannen.
5. Gab es einen ungeliebten Verein, oder Gegenspieler gegen den Ihr meistens Probleme hattet?
Wenn Du ein schneller Spieler bist, hast Du eigentlich nur unangenehme Gegenspieler. Damals hat man die ganzen Verletzungen alle so geschluckt, aber heute würde ich manchen Gegenspieler dafür anzeigen, da es bewusste Körperverletzung war – viele hatten nicht mal den Anstand sich zu entschuldigen, geschweige denn mich im Krankenhaus zu besuchen. Ich hatte schließlich einem Beruf nachzugehen und die Familie war ja auch noch da.
6. Wo musste die DJK eigentlich Ihre Heimspiele austragen?
Der erste Sportplatz war hier auf Gallihöhe hinter der Gartenstraße, einen Steinwurf von unserem Haus entfernt. Schon als Kinder sind wir immer zum Platz gerannt und haben unsere Kirchborchener angefeuert. Um 1953 wurden neben dem Platz die ersten Häuser gebaut und wenn es regnete waren die Rohbauten unsere Tribünen. Ich kann mich auch noch an ein Sportfest hier oben erinnern, als wir Kinder uns Bänder in den Kirchborchener Vereinsfarben an die Speichen unserer Fahrräder bastelten und zum Platz fuhren – das war ein schönes Bild, welches sich bis heute eingebrannt hat. Später wechselte der Platz dann auf die gegenüberliegende Straßenseite der heutigen Baptisten-Kirche. Beide Plätze waren allerdings richtige Äcker und für einen guten Fußball eher nicht zu gebrauchen.
7. Wo und vor allem wie habt Ihr damals Eure Siege gefeiert?
Unsere Kneipe war immer Hausmann. Ich denke, dass der Kurt 1959 auch nur Vereinsvorsitzender in Kirchborchen wurde damit die Mannschaften auch weiter seine Kneipe als Vereinslokal nutzten. Ansonsten wurde immer das getrunken, was rein passte, meistens Stiefel und der Vorletzte bezahlte den Neuen – aber das kennt Ihr ja.
8. Die Gründung des SC Borchen, im Jahr 1970, ist immer ein zentraler Punkt in den aktuellen Interviews. Als am 25.07.1970 die Fusionsversammlung in Nordborchen stattfand wurde der zentrale Satz geprägt: „Die Fusion findet im Interesse des Sports und zur besseren Förderung der Jugendarbeit statt!“ Wie standest Du seinerzeit zu diesem Thema?
Zum Thema Jugendarbeit vorweg: In Kirchborchen gab es 1952 die erste Borchener Schülermannschaft überhaupt. Heinrich Jonas, genannt Brechmann, hatte dieses Projekt eingeleitet und dafür gesorgt, dass der Vorstand es umsetzte. Heinz hat während des Unterrichts, unter der Schulbank, die Aufstellung für das kommende Wochenende zusammengebastelt und musste seine Notizen immer wieder dem Pauker geben, wenn er erwischt wurde; aber das war egal, der Fußball stand für uns über der Schule. Die Jugend, war zumindest in Kirchborchen lange Zeit gut aufgestellt, im Gegensatz zu den Senioren. Ich habe ja schon erwähnt, dass wir nie den Aufstieg in die Bezirksliga gepackt hatten, weil wir einfach nicht gut genug auf allen Positionen waren und so gab es bei uns schon weit vor der Fusion das Interesse eines Zusammenschlusses. Als ich 1962 vom Bund, mit einem Meniskusschaden, zurückkam und wir sehr wenige Spieler in Kirchborchen hatten waren wir uns bzgl. einer Fusion früh schon alle einig. In Nordborchen sah das hingegen ganz anders aus. Wenn ich Bezirksliga spielen wolle müsste ich eben die Schuhe für Nordborchen schnüren, konnte ich mir anhören, als ich das ein oder andere Mal bei den Nachbarn in der Kneipe, bzgl. einer Fusion nachfragte. Dabei hatte Nordborchen zu dem Zeitpunkt auch nicht mehr die beste Truppe und in Kirchborchen gab es durchaus drei bis vier Mann, die als Verstärkung gedient hätten. Ich kann mich auch noch an ein Bild aus meiner Kindheit erinnern, das muss so um 1947 gewesen sein, der Hessenberg war zumindest noch nicht für den Fußballbetrieb hergerichtet, da trabten jede Woche zwei bis drei Nordborchener in Richtung Gallihöhe um für Kirchborchen zu spielen; so abwegig war ein gemeinsames Team also nicht. Und 1965, Kirchborchen war gerade in die 1. Kreisklasse aufgestiegen, da stand mit Dernbachs Willi ein Nordborchener bei Hausmann in der Tür und suchte das Gespräch. Da haben wir dann aber geblockt, denn jetzt ging es uns gerade gut - warum also kooperieren? Das ganze Thema ruhte dann aber erst wieder und so ca. ab 1969 bin ich dann an mehreren Sonntagen von Hausmanns aus wieder rüber nach Berlagen in den Dorfkrug gefahren. Die Tür war noch nicht hinter mir zugefallen, da hallte der erste Satz schon durch den Raum: „Was willst Du alter Kirchborchener denn hier?“ Ich antwortete jedes Mal: „Ich bin Gallihöher!“ Nur der alte Heinrich Gockel (ehem. 1. Vorsitzender der Sportfreunde) sagte immer: „Mecki, sorg dafür - diese beiden Vereine müssen zusammen-kommen! Lass Dich nicht entmutigen!“ Ich habe dann nach und nach mit den Spielern Einzelgespräche geführt und irgendwann, ich war bestimmt zehn Mal sonntagsabends in Nordborchen, war der Punkt erreicht, wo auch die Mehrheit der Sportfreunde, also immer noch nicht alle, für den Zusammenschluss gestimmt hat - ein hartes Stück Arbeit!!!
9. In der Einführung ist es schon kurz erwähnt – der Hessenberg scheint Deine zweite Heimat zu sein. Bei Auswärtsspielen der Senioren, sieht man Dich relativ selten. Ist es Dir ein Bedürfnis möglichst alle heimischen Mannschaften zu sehen, anstatt Dich auf eine zu fixieren, wie es die meisten machen?
Mir ist es in erster Linie wichtig gerade auch den Damen Respekt vor ihrer Leistung zu zollen. Beim überhaupt allerersten Spiel einer Frauenmannschaft auf Gemeindeebene brach die Eschenkampfbahn fast aus allen Nähten – selbst zahlreiche Borchener, wie auch ich, fuhren über den Hellenberg um die Alfener Damen zu sehen. Bei den meisten hatte das aber weniger mit Fußball zu tun, denn die Männer wollten nur sehen wie die Trikots um die Brust rum sitzen. Heute spielen unsere Mädels aber auch richtig guten Fußball, in einer hohen Liga in der unsere Männer nie spielen werden und da ist es traurig für eine Gemeinde wie Borchen, wenn nur zehn Zuschauer auf dem Hessenberg sind – da fehlt mir die Anerkennung für die Leistung. Das habe ich ja auch bei der Jahreshauptversammlung vor zwei Jahren deutlich gemacht, viel Applaus bekommen, aber wirklich geändert hat sich die Situation nicht.
10. Ein Mann, ein Wort: Wenn Du auf dem Sportplatz bist, dann hört man Dich oft schon aus der Ferne. Du vertrittst immer lautstark Deine Meinung zum Geschehen auf dem Platz. Nicht viele Deiner Altersklasse sind noch so emotional dabei – was treibt Dich an?
Ich gucke mein ganzes Leben schon Fußball, nicht weil mich der ein oder andere Verein interessiert, sondern weil mich das Spiel fasziniert. Ich schaue Spiele aufgrund einzelner Akteure und nicht aufgrund der Mannschaft. Oft kann ich Dir nach den neunzig Minuten alles über die Laufwege, die Passquote etc. des einen erzählen und komme mir vor wie ein Spielerbeobachter. Aber wenn ich dann zum Beispiel sehe, wie damals unser Trainer aus Delbrück den Jojo als Verteidiger aufgestellt hat, obwohl der vorne alles in Grund und Boden lief, da platzt mir der Kragen. Da bin ich bis zur Trainerbank gelaufen und habe ihm den Marsch geblasen. Aus tiefster Überzeugung war unser Mann einfach falsch positioniert und das kann ich nicht neunzig Minuten für mich behalten. Genauso in Marienloh, als Damir Trautwein nicht das spielen durfte was er konnte. Vor der 2. Halbzeit habe ich ihn auf dem Weg zur Kabine abgefangen und gesagt: „Junge, spiel Deinen Ball, der Trainer wird Dich nicht auswechseln, weil Du zu gut bist!“ In der 2. Hälfte hat er dann alle überzeugt. Manche mögen meinen, dass ich verbohrt bin, aber die Leidenschaft für diesen Sport und die jahrzehntelange Erfahrung lässt mich die Dinge eben aus einem ganz besonderen Winkel sehen, frei nach dem Motto: Möge der Bessere gewinnen!





10 Fragen im Kreuzverhör – Maulwurf deckt auf

In dieser Kategorie geht es um den Kreis der Ehemaligen; ganz nach dem Motto: „Was macht eigentlich…?“ Vereinsgrößen, ob Vorstand oder Spieler, die bis heute ihre Spuren beim SC Borchen hinterlassen haben und fast immer noch präsent sind; eben Mitglieder & Ehrenamtler der ganz besonderen Art. Aber auch um Menschen, die vor der Fusion der Sportfreunde Nordborchen & der DKJ Kirchborchen einiges mit ihren Mannschaften erlebt haben und ihre Zeit auf eine gewisse Art prägten. Wir wollen mal etwas hinter die Kulissen gucken und Einblicke gewähren, die vielleicht sonst nicht zum Vorscheinen kommen.

Zehn Fragen, zehn Antworten und das ohne große Vorbereitung – denn das was spontan auf den Tisch kommt ist oftmals viel beeindruckender als große Reden zu schwingen.
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